Archiv für die Kategorie ‘Satire’

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Tagesschau 2040, 1. Quartal (pdf)

7. August 2010

TagesschauTeil1

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Sagt man nun „islamistisch“ oder „islamististisch“?

27. August 2009

Darf man Gewalttaten durch radikale Muslime mittlerweile noch “islamistisch” nennen, oder muss man von “Islamististen” sprechen, da ja selbstverständlich auch unter den Radikalen nur eine Minderheit gewaltbereit ist? Und von den Gewaltbereiten führt auch nur eine Minderheit tatsächlich Anschläge durch, ist es dann nicht ein Generalverdacht aller Islamististen gegenüber, und man muss die Terroristen islamistististisch nennen?

Schließlich kann man gar nicht deutlich genug betonen, dass es immer nur eine kleine Gruppe ist, die die eigentlichen Ideen übersteigert oder sogar gänzlich verfälscht. Dass Terrorismus aber keine salonfähige hauptberufliche Beschäftigung für die breite Masse einer Ethnie oder Religionsgemeinschaft ist, sollte selbstverständlich sein. Hier läuft man Gefahr, Verantwortung zu unterbinden. Wenn eine Gruppe ständig zu hören bekommt, sie sei friedlich und nur eine kleine Minderheit radikal, mit der sie gar nichts zu tun habe, dann wird sie aus der Pflicht genommen, in ihren eigenen Reihen und ihrer Ideologie nach Ursachen für und Lösungen gegen solche Strömungen zu suchen. Der Terminus „deutsche Nazis“ erinnert jeden Deutschen daran, dass es diese Leute gab und gibt und dass sie in seinem Namen handeln. Würde sich die Öffentlichkeit selbst auferlegen, nur noch von „deutschistischen Nazis“ zu reden, dann wäre der Rest fein raus. Wenn die Inquisition christianistisch, die Versklavung und Ausrottung von Völkern überall auf der Welt anglianistisch und der Ku-Klux-Klan weißistisch-amerikanistisch war, dann kann man sie als Christ, Engländer oder weißer Amerikaner schön von sich wegschieben und braucht sich nicht damit auseinandersetzen.

Die Folge dieser Diskussion ist natürlich auch, dass sie das Augenmerk der Öffentlichkeit weg von den tatsächlichen Tätern und hin auf die Art und Weise, wie man sie in der Presse nennen darf, lenkt. Die Aufgabe wäre aber vielleicht eher, Gewalt und Terror zu verhindern, und nicht, diese kleinzureden. Es wird so getan als seien die wahren Benachteiligten im Zuge des Terrorismus diejenigen, die fälschlicherweise in „Generalverdacht“ geraten könnten und auf diese Weise benachteiligt werden, und nicht etwa diejenigen, die zum falschen Zeitpunkt zufällig Bahn fahren und deshalb um ihr Leben benachteiligt werden.

Wie würde sich ein Opfer ausländerfeindlicher Schlägerbanden fühlen, wenn die Deutschen, die Konservativen und die Haarlosen nach der Tat wütend protestierten – dagegen, dass man die Täter „deutsch“, „rechts“ oder „Skinheads“ nennen würde, nicht aber deutschistisch, rechtistisch oder skinheadistisch? Wenn sich die Wut sogleich gegen das Opfer, seine ethnische Gruppe und seine Verteidiger richten würde, weil diese Deutsche unter Generalverdacht stellten, in Schubladen dachten und gemein hetzten? Wenn überall Forderungen laut werden würden, dass man sich gefälligst mit der deutschen Kultur auseinandersetzen solle, dass Deutschsein Friede bedeute und dass man gefälligst die „wahren Ursachen“ der Tat, nämlich die Benachteiligung und Diskriminierung von Deutschen, bekämpfen solle? Und wenn dann die Regierung, wie die englische, die islamische Terrorattacken „anti-islamic activities“ nennt, dazu übergeht, diese Attacke von Deutschen als „antideutsche Aktion“ zu bezeichnen und anzuprangern?

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60 Jahre BRD!

25. Mai 2009

Um angemessen zu feiern, setzen sich 60 Vertreter verschiedener Wirtschaftsverbände  im Innenhof des Bundestages neben der Plastik “Der Bevölkerung” in einen Stuhlkreis und lesen sich gegenseitig verfassungspatriotisch ihre Grundrechte vor.

Musikalisch untermalt von “Happy Birthday” aus der Stereoanlage, zu welchem eine Breakdancegruppe aus Berlin-Hohenschönhausen performt.

Die Veranstaltung wird presented by Coca Cola – the Coke Side of Life. Der Sieger eines Schülerwettbewerbs sprayt den Schriftzug des Hauptsponsors auf den Mittelteil der Deutschlandflagge auf dem Ostflügel des Reichtagsgebäudes.

Bundespräsident Köhler enthüllt feierlich 60 Dönerspieße für die geladenen Gäste. In 192 Sprachen, die den Volksgruppen Deutschlands entsprechen, wünscht Innenminister Schäuble Guten Appetit.

Begleitet wird das Spektakel von einem Quizmarathon mit Special Guest Jörg Pilawa. Der Gewinner des unter dem Motto “60 yearz BRD – guess what?” laufenden Wettbewerbs erhält 60 Sony-Ericsson Handys mit der Nationalhymne als Klingelton zum Zeichen des neuen, unverkrampften Umgangs der Deutschen mit ihren nationalen Symbolen. Anwesende Verfassungsschützer achten jedoch darauf, dass die Melodie nur mitgesummt wird.

Als besonderes Schmankerl verteilt Bundeskanzlerin Merkel 60 Flugmeilen an jeden, der sich per Mail an die Bundesregierung wendet und sich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung und zur politischen Mitte bekennt. Einlösbar sind die Gutscheine für Pauschaltrips nach Alanya. Alle Teilnehmer erhalten zudem eine DVD über die deutsche Geschichte. Themen werden unter anderen das dritte Reich und der Anschlag auf das Asylbewerberheim in Rostock-Lichtenhagen sein.

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