Archiv für August 2010

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Faltblatt Einwanderungsmärchen

21. August 2010

Wer kennt es nicht: Im Gespräch mit Verwandten, Bekannten, kommt man auf das leidige Thema Politik zu sprechen, und dann fällt ein Satz wie: “Deutschland ist eben auf Zuwanderung angewiesen, man denke nur an den demographischen Wandel”.

Höchste Zeit für eine kurze Schnell-Aufklärung durch das Faltblatt Einwanderungsmärchen:

- Faltblatt Einwanderungsmärchen -

Kurz und knapp werden darin fünf gängige Märchen widerlegt. Es eignet sich daher, zweiseitig ausgedruckt, bestens dazu, im eigenen Bekanntenkreis als kleinen Denkanstoß zu verteilen. Bei Bedarf kann dann auf die vollständige Version hingewiesen werden.

In der heutigen Zeit, in der auch von staatlicher Seite täglich die Märchenstunde angestimmt wird, kennen viele Menschen gar nichts anderes mehr als das Märchen und die Halbwahrheit. So ist das abenteuerliche Interview von Bundesministerin Schavan (CDU) im Focus ein Sammelsurium der beliebtesten Märchen. Und die Bundeszentrale für politische Bildung bietet in Ihren Sachinformationen für Lehrpersonen (!) beim Thema “Ausgrenzung und Integration” zusammen mit weiteren Kuriositäten einen Rap-Text, der das beliebte Märchen beinhaltet, Deutschland sei nach dem Krieg von Zuwanderern aufgebaut worden.

Gemäß dem Grundsatz, dass “Wahrheit” das ist, was man ständig liest und hört, sind die Einwanderungsmärchen zu einer solchen gesellschaftlichen Wahrheit geworden. Jeder kann, indem er auf Gegendarstellungen hinweist, dazu beitragen, dass sinnvolle Argumente hierzu in den Umlauf kommen.

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Deutschland hat die Ostgebiete mit Recht verloren, weil Hitler den Krieg begann

14. August 2010

Nr. 4 der “Verzerrungen und Unwahrheiten über die deutsche Geschichte”.

Durch die sich in vier Jahrzehnten eingeprägte Nomenklatur, die beiden deutschen Staaten West- (BRD) und Ostdeutschland (DDR) zu nennen, ist beinahe in Vergessenheit geraten, dass “Ostdeutschland” seit dem Mittelalter jenseits der heutigen Grenzen zu finden war.

Die “im Osten” liegende Thüringer Hauptstadt Erfurt liegt beispielsweise gerade mal bei einem Drittel der Strecke von Aachen nach Königsberg (ca. 1000 km), die heute östlichste Stadt Deutschlands, Görlitz, ist von Aachen etwa halb so weit entfernt wie Memel. Die manchen heute seltsam anmutende Praxis, die Gegend um Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt “Mitteldeutschland” zu nennen, war geographisch in dieser Hinsicht absolut sinnvoll. Es handelt sich bei Memel, Allenstein u.a. ja nicht um irgendwelche im deutschnationalen Expansionismus eroberten Orte, sondern um von Deutschen gegründete Städte, wo vorher nichts war, und die über mehr als ein halbes Jahrtausend fast ausschließlich von Deutschen bewohnt waren.

(Wahlplakate 1949 mit deutschen Ostgebieten, Quelle: Bpb.de)

Wie groß die Unwissenheit heute darüber teilweise ist, zeigt exemplarisch dieser Eintrag in ein Forum. Der Benutzer zitiert das oben abgebildete CDU-Plakat und fragt dazu, ob die CDU damals versucht habe, kurz nach dem Krieg “Land einzunehmen” – und gesteht freimütig ein, in der Schule habe man dazu nichts gelernt. Danke, keine weiteren Fragen.

Pommern, Schlesien und das südliche Ostpreußen galten von 1945 bis 1990 als “von Polen verwaltet”, seit 1990 gehören die Gebiete völkerrechtskonform zu Polen, das nördliche Ostpreußen, dessen mögliche Rückgabe die deutsche Regierung ablehnte, zu Russland (bzw. Litauen).

Die Gründe hierfür sind in der gängigen Geschichtsinterpretation hierzulande einfach auf den Punkt gebracht: Hitler hat den Krieg angefangen, Deutschland dafür Gebiete verloren. Aber ganz so simpel ist es nicht. Es waren nicht, wie nach dem Ersten Weltkrieg, Gebiete, die zwar mehrheitlich von Deutschen bewohnt waren, aber vor den polnischen Teilungen im 18. Jahrhundert zu Polen gehörten, weshalb man noch mit irgendeiner halbwegs begründbaren Argumentation von “Wiedergewinnung” sprechen hätte können. Auslöser für die “Westverschiebung” Polens mitten nach Deutschland hinein war vielmehr Stalins Einverleibung östlicher Gebiete Polens, womit Polens neue Ostgrenze zwar in etwa der 1919 festgelegten ethnographischen “Curzon-Linie” entsprach, aber trotzdem “Schadensersatz” für die danach wiedereroberten Gebiete (mit ukrainischer und weißrussischer Bevölkerung) und die etwa 3 Millionen dort lebenden Polen gefunden werden musste, und daher entschloss man sich, Ostdeutschland zu diesem Schadensersatz zu machen.

Nun ist es tatsächlich nichts Ungewöhnliches, dass Gebiete von Kriegsverlieren annektiert werden, auch solche, die dem neuen “Besitzer” noch nie gehörten und seit Urzeiten zu fast 100% von der anderen Nationalität bewohnt sind. Ungewöhnlich ist vor allem zweierlei: Zum Einen, dass die größte Vertreibungsaktion der europäischen Geschichte ausgerechnet zu dem Zeitpunkt geschah, als man die deutsche Wehrmachtsführung wegen Kriegsverbrechen henkte und dem Kriegsrecht eine neue moralische Qualität zu geben gedachte. Zum Anderen geschah das Ganze ja auf der Grundlage der Eroberungen Stalins in Polen, die er zuvor mit Hitler so abgemacht hatte. Ein Sieger amputierte gewissermaßen einen anderen Sieger auf Grundlage einer Abmachung mit dem Verlierer und entschädigt ihn zulasten des Verlierers. Es war, als ob der Hitler-Stalin-Pakt eine partielle Rechtsgültigkeit behalten hätte. Das ganze zeigt nur, dass Berufungen auf vergangenes Recht immer kontingent sind, und erst recht Berufungen auf eine vermeintlich objektive “Gerechtigkeit” (man bedenke auch, dass die Verletzung der territorialen Integrität Polens Großbritanniens Grund für die Kriegserklärung an Deutschland war – nun stimmten sie einer Verletzung der territorialen Integrität Polens durch den Kriegsverbündeten zu…).

Man stelle sich mal folgendes Szenario vor: Napoleon beschließt 1806, die Schweiz zwischen Frankreich und dem Königreich Württemberg aufzuteilen. Das Kriegsgeschehen wendet sich aber später, auch die süddeutschen Staaten richten sich gegen Frankreich und Napoleon wird von einer Übermacht geschlagen. Die Siegermächte treffen sich auf dem Wiener Kongress. Württemberg ist ganz glücklich mit seinem neuen Gebiet von Schaffhausen bis Graubünden und sieht es schlechterdings nicht ein, das wieder zurückzugeben. Als Ausgleich wird die Schweiz “westverschoben” und beinhaltet jetzt den östlichen Teil Frankreichs von der heutigen Region Champagne-Ardennes bis zur heutigen Region Rhône-Alpes, etwa 1/4 des französischen Staatsgebietes. Die größte Vertreibungsaktion der europäischen Geschichte verjagt oder ermordet die dortigen 1/6 aller Franzosen. Wie reagieren die kommenden französischen Generationen darauf? Die Jungen wissen schon ein paar Jahrzehnte danach kaum noch mehr, dass Reims oder Lyon (inzwischen mit Schweizer Namen) einmal zu Frankreich gehört haben, der Rest sagt sich “naja, wir haben schließlich den Krieg angefangen” und man geht einfach dazu über, die Île de France, Centre und Auvergne als “Ostfrankreich” zu bezeichnen. Das von Italien in Aussicht gestellte Verhandlungsangebot über die  italienische Exklave Lothringen wird ausgeschlagen. Zum 60. Jahrestag des französischen Überfalls auf die Schweiz reist die französische Präsidentin in die Schweiz nach Lyon, gedenkt dort den Schweizer Opfern des Krieges und bedankt sich für die Bereitschaft zur Versöhnung mit Frankreich. (Anmerkung: Napoleon hatte keinen Holocaust zu verantworten, aber dieser war weder Grund noch Anlass für die Westverschiebung Polens).

Sir Winston Churchill schrieb in seinem mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichneten Weltkriegs-Buch über Polen, das “eifrig damit beschäftigt [war], sich aus Deutschland gewaltige Stücke herauszuschneiden”: “Hier war ein Unrecht im Werden, gegen das unter dem Gesichtspunkt der künftigen Befriedung Europas Elsaß-Lothringen und der Polnische Korridor nicht viel mehr als Kleinigkeiten waren. Eines Tages würden die Deutschen diese Gebiete zurücverlangen und die Polen nicht in der Lage sein, sie aufzuhalten.” Freimütig dieses Geständnis, aus Versailles nichts gelernt zu haben, andererseits war es ein Glücksfall für Europa, dass Deutschland sich nicht “erwartungsgemäß” verhielt und Churchills Prophezeiung nicht eintrat. Trotzdem ist es bezeichnend, dass man schon die ehemaligen Kriegsgegner zitieren muss, wenn man jemanden finden will, der die Vorgänge als “Unrecht” und unverantwortlich einschätzt, da es im heutigen Deutschland niemanden von Relevanz mit einer solchen Sichtweise gibt.

Heute ist dieses Ostdeutschland unweigerlich verloren und es macht keinen Sinn, an die nun dort lebenden Polen, die mehrheitlich zum Zeitpunkt der Vertreibungen gar nicht geboren waren, irgendwelche Gebietsforderungen heranzutragen. Das haben frühere Bundesregierungen mit Unterstützung des Volkes versäumt. Aber wenigstens den Legenden, die zusammen mit dem Schwinden des Wissens über die eigene Geschichte und Kultur zur Verbreitung kommen, kann man entgegentreten.

Franz Josef Strauß bei einer Kundgebung 1970 (Quelle: km.bayern.de)

Übersicht über die in Jalta vorgeschlagenen Grenzveränderungen
(inkl. Anzahl der dort lebenden Deutschen und deren Anteil an der Gesamtbevölkerung (für den Großteil Pommerns und Schlesiens 100,0%). Es setzte sich schließlich die “Maximalforderung” durch, zusätzlich wurde die Grenze weiter westlich von Stettin gezogen. Die angegebene Bevölkerungszahl von ca. 10 Millionen bezieht sich auf Pommern, Schlesien, Danzig und Ostpreußen und beinhaltet nicht die im restlichen Ost- und Südosteuropa wohnenenden Deutschen (insbesondere im Sudetenland).)

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Tagesschau 2040, 1. Quartal (pdf)

7. August 2010

TagesschauTeil1

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